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	<title>Gaza-Blog der SOS-Kinderdörfer</title>
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		<title>Zum letzten Mal: Blog aus Gaza</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 12:30:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als die Nachricht von dem fürchterlichen Erdbeben in Gaza herum ging, versammelten sich immer wieder Menschen vor den Fernsehern, so auch im SOS-Kinderdorf Rafah. Einige Mütter und Kinder hatten sich dort in einem der Familienhäuser versammelt, darunter der fünfjährige Sami, der plötzlich laut zu weinen anfing. Es dauerte eine Weile, bis die anderen verstanden: Sami [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=312&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als die Nachricht von dem fürchterlichen Erdbeben in Gaza herum ging, versammelten sich immer wieder Menschen vor den Fernsehern, so auch im SOS-Kinderdorf Rafah. Einige Mütter und Kinder hatten sich dort in einem der Familienhäuser versammelt, darunter der fünfjährige Sami, der plötzlich laut zu weinen anfing.</p>
<p>Es dauerte eine Weile, bis die anderen verstanden: Sami war der festen Überzeugung, dass der Krieg in Gaza erneut ausgebrochen ist – mit all dem Lärm, den einstürzenden Häusern, dem Chaos. Alyaa, seine große Schwester nahm ihn in den Arm, versuchte ihn zu trösten, aber er war kaum zu beruhigen.</p>
<p>Ein anderes Fernsehgerät ein paar Häuser weiter, eine andere Runde: Im Jugendhaus der Mädchen sitzen die 14jährige Khulood und andere SOS-Jugendliche vor den gleichen bestürzenden Bildern. Sie beginnen zu diskutieren, irgendwann fällt die Frage, ob es denn in Haiti Kinderdörfer gibt. Keiner weiß es, so dass sich schließlich Khulood beim Dorfleiter erkundigt. Gemeinsam mit einer Pädagogin beruft der Dorfleiter eine spontane Versammlung ein. Spricht von der furchtbaren Katastrophe und den zwei SOS-Kinderdörfern in Haiti, die beide glücklicherweise unzerstört geblieben sind. Dann erzählt er von den Nothilfe- und Wiederaufbau-Programmen, die bereits begonnen haben und mit denen die SOS-Kinderdörfer notleidende Kinder und ihre Eltern unterstützen.</p>
<p>Gaza ist ein gebeuteltes Land, die Lebensumstände bei uns sind dramatisch, und doch begannen die Menschen in diesen Tagen für Haiti zu beten und wenigstens kleine Beträge zusammenzutragen &#8211; im Kinderdorf und überall im Land.</p>
<p>Liebe Leserinnen und Leser,</p>
<p>mit diesen Zeilen möchte ich mich aus aktuellem Anlass von Ihnen verabschieden! Es war mir eine große Ehre und ein Bedürfnis, Ihnen ein Jahr lang vom SOS-Kinderdorf Rafah und unserem Leben in Gaza unter so schwierigen Umständen zu berichten, und ich bedanke mich für ihr großes Interesse. Bitte vergessen Sie uns nicht!</p>
<p>Nun gebe ich an meinen Kollegen Georg Willeit weiter, der als Projektkoordinator über die Wiederaufbau-Hilfe der SOS-Kinderdörfer in Haiti schreiben wird. Dort ist unser aller Aufmerksamkeit nun besonders nötig, und so möchte ich Sie zuletzt auf das Spendenkonto der SOS-Kinderdörfer hinweisen: </p>
<p>SOS-Kinderdörfer weltweit<br />
Kontonummer: 111 111 1<br />
Deutsche Bank München<br />
Bankleitzahl: 700 700 10<br />
Stichwort: SOS-Nothilfe </p>
<p>Es ist so dringend nötig, dass wir alle in Haiti helfen!</p>
<p>Herzlichst, Ihr Kamil el Shami</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/312/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/312/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/312/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/312/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/312/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/312/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/312/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/312/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/312/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/312/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=312&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Auf einen Kaffee in Gaza</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 14:56:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Café Delice in Gaza Stadt ist seit seiner Eröffnung vor einigen Jahren Treffpunkt der Intellektuellen, Journalisten, Studenten und Hilfsorganisationen. Auch die Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer besuchen es gerne, wenn sie mal in der Stadt sind – es ist etwas besonderes: Der Duft des Cappuccino, gepaart mit dem Zigarettenrauch der Besucher, das Geräusch der elektrischen Kaffeemühle, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=304&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2010/01/18076990081.jpg"><img class="size-full wp-image-308" title="18076990081" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2010/01/18076990081.jpg?w=400&#038;h=300" alt="" width="400" height="300" /></a></p>
<p>
Das Café Delice in Gaza Stadt ist seit seiner Eröffnung vor einigen Jahren Treffpunkt der Intellektuellen, Journalisten, Studenten und Hilfsorganisationen. Auch die Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer besuchen es gerne, wenn sie mal in der Stadt sind – es ist etwas besonderes: Der Duft des Cappuccino, gepaart mit dem Zigarettenrauch der Besucher, das Geräusch der elektrischen Kaffeemühle, die dunklen Farben, das Glasmosaik – in all diesen Details schwingt das Lebensgefühl mit, das der Besitzer, ein junger Palästinenser, aus Paris mitgebracht und so gekonnt in Gaza etabliert hat. Schnell wurde das Café zur Institution und seine spezielle Kaffeemischung berühmt im ganzen Land.</p>
<p>Das Café ist im Krieg nicht beschädigt worden und wer es heute ansteuert, braucht eine Weile, um zu merken, was sich geändert hat – eine ganze Welt: Der junge Besitzer, der das Café mit so viel Liebe aufgebaut hat, hat mit vielen anderen das Land wieder verlassen, seitdem leitet sein Bruder den Betrieb. Nur unter großen Schwierigkeiten kommt er an die Kaffeebohnen, denn wie so vieles andere auch, steht Kaffee auf der Liste der Güter, die nicht nach Gaza eingeführt werden dürfen.</p>
<p>Am Auffälligsten aber ist die Verwandlung, die mit den Gästen einhergegangen ist. Früher war dies ein Ort lebhafter Diskussionen, jetzt ist es viel leiser geworden. Viele Besucher trinken schweigend ihren Kaffee, ihren Gesichtern sieht man die Sorge und die Trauer an, die Resignation. Wenn doch gesprochen wird, dann drehen sich die Gespräche um die immer gleichen Themen: die Angst, dass Gaza von der Welt vergessen wird. Das Embargo, durch das das Leben hier immer schwieriger, immer katastrophaler wird. Den Bau der Stahlmauer an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten, mit der offenbar der Warenhandel durch die unterirdischen Tunnel gestoppt werden soll und was passiert, wenn die Tunnel tatsächlich geschlossen werden.</p>
<p>Hochgenuss oder Wohltat lautet die Übersetzung des französischen Wortes „Delice“. Wie lange das Café noch durchhalten wird? Keine Ahnung! Aber noch zieht dieses wunderbare Aroma durch die Luft…</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/304/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=304&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schweinegrippe und Anis-Tee</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 14:13:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Während in Deutschland die großen Diskussionen über die Schweinegrippe schon wieder vorbei sind, hat der Virus nun den Gazastreifen erreicht. Und es scheint, als würde er ihn mit aller Härte treffen! Anfang Dezember wurden die ersten beiden Todesfälle vermeldet, inzwischen sind zehn Menschen gestorben – bei bislang dreißig Erkrankten eine erschreckende Quote! Überraschend ist das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=297&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/campain1_bearb.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-298" title="Campain1_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/campain1_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="" width="268" height="201" /></a>Während in Deutschland die großen Diskussionen über die Schweinegrippe schon wieder vorbei sind, hat der Virus nun den Gazastreifen erreicht. Und es scheint, als würde er ihn mit aller Härte treffen! Anfang Dezember wurden die ersten beiden Todesfälle vermeldet, inzwischen sind zehn Menschen gestorben – bei bislang dreißig Erkrankten eine erschreckende Quote!</p>
<p>Überraschend ist das nicht. Seit Jahren leiden die Menschen hier aufgrund des Embargos an Mangelernährung, viele haben Anämie, ihr Immunsystem ist geschwächt. Und es fehlen Medikamente. Zwar hat die Palästinensische Regierung eine gewisse Menge Impfstoff zur Verfügung gestellt, aber die ist nur für die Menschen bestimmt, die im Gesundheitswesen arbeiten. Wir normalen Menschen haben keine Möglichkeit, uns impfen zu lassen.<br />
Dazu kommt, dass der Gazasteifen eines der am dichtesten besiedelten Gebiete weltweit ist, 100 000 Menschen leben hier pro Quadratkilometer, da kann sich so eine Grippe rasend schnell verbreiten.</p>
<p><a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/campain2_bearb.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-299" title="campain2_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/campain2_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="" width="268" height="201" /></a>Was kann man tun? Heißen Anis-Tee trinken? Unter den Menschen in Gaza hat sich das Gerücht ausgebreitet, dass dieses Getränk helfen würde, also versucht jeder, noch etwas davon zu ergattern und gibt dafür viel Geld aus. Die Preise sind rasant nach oben gegangen!</p>
<p>Das SOS-Kinderdorf Rafah hat währenddessen eine Kampagne gestartet, bei der es darum geht, über die Schweinegrippe aufzuklären: Wie gefährlich ist sie? Welche Symptome zeigen sich? Wie kann man sich schützen? Was soll man tun, wenn man glaubt, erkrankt zu sein? <a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/campain3_bearb1.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-301" title="campain3_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/campain3_bearb1.jpg?w=268&#038;h=201" alt="" width="268" height="201" /></a></p>
<p>Die Ärzte unserer Kinderdorf-Klinik leiten die Kampagne, aber auch die Kinderdorf-Mitarbeiter und die jungen Frauen aus dem SOS-Jugendhaus engagieren sich. Die erste größere Aktion, die in diesem Zusammenhang gestartet wurde, war eine umfassende gesundheitliche Untersuchung der Jungen und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf Rafah und der Umgebung. Tausend Kinder wurden auf Schweinegrippe untersucht – zum Glück ohne Befund.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/297/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/297/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/297/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/297/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/297/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/297/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/297/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/297/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/297/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/297/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=297&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ärzte ohne Pause</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 16:17:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Was für ein Glück, dass es diese Ärzte gibt!“ Dieser Gedanke kommt mir auch dieses Mal wieder, als ich die Klinik betrete, die zum SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza gehört. Weltweit gehören zu den SOS-Kinderdörfern 65 medizinische Zentren, die oftmals die einzige medizinische Versorgung im weiten Umkreis darstellen und vor allem in entlegenen Gebieten ganz wichtige [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=294&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0025_bearb.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-289" title="DSC_0025_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0025_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="" width="268" height="201" /></a>„Was für ein Glück, dass es diese Ärzte gibt!“ Dieser Gedanke kommt mir auch dieses Mal wieder, als ich die Klinik betrete, die zum SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza gehört. Weltweit gehören zu den SOS-Kinderdörfern 65 medizinische Zentren, die oftmals die einzige medizinische Versorgung im weiten Umkreis darstellen und vor allem in entlegenen Gebieten ganz wichtige Arbeit leisten.</p>
<p>An diesem Morgen treffe ich Um Nasser im Wartezimmer,  eine ältere Frau aus der Nachbarschaft des Kinderdorfs. Sie leidet an Diabetes und Bluthochdruck und kommt regelmäßig zur Kontrolle in die Praxis. Nach der Untersuchung stellt der Arzt ein Rezept aus, holt aus der Apotheke nebenan die Medikamente und wünscht Um Nasser gute Besserung. Die Patientin lächelt dankbar.</p>
<p><a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0121_bearb.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-293" title="DSC_0121_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0121_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="" width="268" height="201" /></a>Alle Ärzte, die in der Klinik arbeiten, behandeln die Patienten kostenlos. Internisten, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Neurologen und Dermatologen halten ehrenamtlich ihre Sprechstunden ab. Nicht nur für die Bewohner des Kinderdorfs ist das eine große Erleichterung, sondern auch für die Menschen in der Umgebung, die froh und dankbar sind, hier behandelt zu werden. Jährlich kommen 2300 Patienten. Seit dem Sommer haben wir sogar eine kleine Zahnarztpraxis auf unserem Gelände, in der auch regelmäßige Kontrollen für die Jungen und Mädchen aus unserem Kindergarten und der Schule stattfinden.</p>
<p><a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0086_bearb.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-292" title="DSC_0086_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0086_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="" width="268" height="201" /></a>Keiner der Ärzte klagt, auch wenn der eine oder andere manchmal müde aussieht und es wohl aufgrund der vielen Arbeit auch ist. Es mangelt in Gaza an Ärzten, an medizinischen Geräten und Medikamenten &#8211; ich habe ja darüber schon geschrieben! Vor allem Medikamente für Kinder sind schwer zu bekommen, weshalb wir froh über unsere Apotheke sind. Die Mittel dort sind von verschiedenen Hilfsorganisationen gespendet worden.</p>
<p>Da die Situation auf dem Land noch kritischer ist, haben die Ärzte unserer Klinik vor einiger Zeit einen Gesundheitstag ins Leben gerufen. Regelmäßig fahren sie an diesem Tag <a href="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0053_bearb1.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-291" title="DSC_0053_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/12/dsc_0053_bearb1.jpg?w=268&#038;h=201" alt="" width="268" height="201" /></a>durch die Dörfer und halten Sprechstunden in geeigneten Gebäuden ab. Die Menschen dort sind oft sehr froh, und wenn die Ärzte am Ende des Tages noch von der Arbeit des SOS-Kinderdorfs Rafah erzählen, von den Kindern, die ein neues Zuhause bekommen haben, deren Tränen weniger werden und deren Lachen zählt, hören viele Leute aufmerksam zu. Im besten Fall gehen sie danach nicht nur mit medizinischen Ratschlägen nach hause, sondern auch mit einem kleinen bisschen neuer Hoffnung.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/294/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/294/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/294/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=294&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Explosionen in der Nacht</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 12:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gazaweblog</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu Anfang ein kurzer Hinweis: Der NDR war in Gaza und hat mit mir in meiner Funktion als Geologe über die Umweltverschmutzung in unserem Land gesprochen. Alle, die es interessiert, finden den Beitrag hier: http://www3.ndr.de/sendungen/weltbilder/videos/weltbilder784.html Nach wie vor sind zahlreiche Dinge rar in Gaza. Die Liste der Güter, die nicht ins Land hineingelassen werden, ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=288&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Anfang ein kurzer Hinweis: Der NDR war in Gaza und hat mit mir in meiner Funktion als Geologe über die Umweltverschmutzung in unserem Land gesprochen. Alle, die es interessiert, finden den Beitrag hier: http://www3.ndr.de/sendungen/weltbilder/videos/weltbilder784.html</p>
<p>Nach wie vor sind zahlreiche Dinge rar in Gaza. Die Liste der Güter, die nicht ins Land hineingelassen werden, ist lang, auch Baumaterial steht darauf, was dramatische Folgen hat: es kann generell nicht in Gaza gebaut werden, all die zerstörten Häuser können nicht repariert werden, so dass viele Menschen in Zelten leben. Lebensmittel sind vielleicht erhältlich, aber zum doppelten oder dreifachen Preis. Wenn am Freitag das islamische Opferfest Eid al-Adha beginnt, wird es sich kaum jemand leisten können, großzügig einzukaufen, geschweige denn, ein Rind zu schlachten.</p>
<p>Auch die Situation an den Grenzen hat sich nicht geändert: Fatimah, eine junge Frau, die mit einem Ägypter verheiratet ist (ich hab bereits von ihr erzählt), hat die Hoffnung fast aufgegeben, bald zu ihrem Mann zu kommen. Nach wie vor wohnt sie in der Jugendeinrichtung des SOS-Kinderdorfs. Der Fußweg über die Grenze würde gerade mal zwanzig Minuten dauern, aber nach zahlreichen vergeblichen Versuchen beginnt Fatimah zu resignieren. Sie hat große Angst, ihren Ehemann nie wieder zu sehen.</p>
<p>So ist die Stimmung in Gaza angespannt, die Menschen sehnen den Frieden herbei und die Freiheit. Sie sind ungeduldig einerseits, ängstlich andererseits. Das überträgt sich auch auf die Kinder. Vor einigen Nächten wurden wir nachts durch laute Explosionen aus dem Grenzgebiet wach. Meine Tochter Farah war sehr erschrocken und bekam vor Angst Gelenksschmerzen. Es dauerte lange, bis sie wieder einschlafen konnte und am Morgen wachte sie müde auf, überwand sich aber dennoch und ging zur Schule.</p>
<p>Noch schwieriger waren die nächtlichen Explosionen für die Jungen und Mädchen im SOS-Kinderdorf Rafah. Vor allem die Kleineren fingen an zu weinen, manche schrien, sie standen unter Schock. Ganz offensichtlich waren die Erinnerungen an den Krieg wieder da, der die Kinder tief traumatisiert hat.</p>
<p>Dies alles ist keine leichte Kost, das weiß ich, und ich bin froh, dass Sie trotzdem bis hierher gelesen haben. Eine kleine positive Nachricht habe ich auch noch: Wir haben es endlich geschafft, Bücher für unsere Schulkinder zu besorgen. Nachdem wir die Bücher nicht wie früher aus der Westbank bekommen konnten, haben wir sie in Gaza drucken lassen, bei einer der wenigen Druckereien, die überhaupt noch arbeiten. Das Papier ist schlecht, die Wartezeit war lang, aber immerhin: die Kinder können damit arbeiten. Sie freuen sich!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/288/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/288/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/288/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/288/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/288/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/288/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/288/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/288/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/288/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/288/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=288&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Hüterin der Traditionen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 13:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gazaweblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gaza]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie in jedem Jahr haben wir im SOS-Kinderdörfer Rafah gerade wieder die „Palestinian heritage gallery“ ausgerichtet, einen Jahrmarkt der Traditionen und Bräuche. Alte Kostüme werden da ausgestellt, der Dabkah, ein folkloristischer Tanz, wird vorgeführt, traditionelle Lieder gesungen, bunte Gemälde aufgehängt und vieles mehr. Kinder, Mitarbeiter und Besucher lieben dieses Fest und mir geht es ganz [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=285&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-283" title="DSC00312_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/11/dsc00312_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="DSC00312_bearb" width="268" height="201" />Wie in jedem Jahr haben wir im SOS-Kinderdörfer Rafah gerade wieder die „Palestinian heritage gallery“ ausgerichtet, einen Jahrmarkt der Traditionen und Bräuche. Alte Kostüme werden da ausgestellt, der Dabkah, ein folkloristischer Tanz, wird vorgeführt, traditionelle Lieder gesungen, bunte Gemälde aufgehängt und vieles mehr. Kinder, Mitarbeiter und Besucher lieben dieses Fest und mir geht es ganz genauso: Ich genieße es, Freunde aus ganz Gaza wieder zu treffen und durchs diese strahlende Farbenpracht zu schlendern; die Lebendigkeit, die Kraft, die Werte zu erleben, die zu unserer Kultur gehören. Wir alle hier brauchen solche Momente, die eine so viel schönere Wirklichkeit darstellen, als wir sie sonst tagtäglich im belagerten Gaza erfahren.</p>
<p>Schließlich blieb ich in der Brotbäckerei stehen, wo Ilhaam, eine unserer Mütter, den Steinofen bediente. Früher wurde das Brot in Gaza fast ausschließlich mit solchen Öfen gebacken, aber leider geht die Tradition mehr und mehr verloren. Die Menschen kaufen ihr Brot lieber in der Bäckerei. Ilhaam dagegen, die inzwischen seit fünf Jahren zum Kinderdorf gehört, ist eine Hüterin der Traditionen. So geschickt wie sie das Brot backt, ist sie auch, wenn uns um Kochen geht. Besonders ihr „Fareke“, ein Gericht, das aus grünen Weizen gemacht hat, hat nach kurzer Zeit die Runde durchs Kinderdorf gemacht: Die ersten, die Ilhaams „Fareke“ probieren durften, waren die sieben Mädchen und Jungen, für die Ilhaam zur Mutter geworden war. <img class="alignright size-full wp-image-284" title="Familienbild_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/11/familienbild_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="Familienbild_bearb" width="268" height="201" />Die Kinder waren begeistert, der Topf leer, und bald holte sich eine Kinderdorf-Mutter nach der anderen das Rezept. Nachdem in der letzten Woche doch einige Leser die Basbossa nachgebackt haben &#8211; was ich wunderbar fand – finden Sie diesmal unten das Rezept für „Fareke“.</p>
<p>Ilhaam beherrscht auch die traditionelle Art zu schminken und vor Auftritten kleidet sie die Kinder in folkloristische Kostüme. Mindestens genauso wichtig: Durch ihre aufmerksame, lebendige Art ist Ilhaam die Sprecherin der Kinderdorf-Mütter geworden. Wann immer eine Mutter ein Problem hat, setzt sich Ilhaam für sie ein, erklärt die Situation, sucht nach Lösungen. Trägt dazu bei, dass sich ihre Mitmenschen in der Kinderdorf-Gemeinschaft wohlfühlen.</p>
<p>Aber jetzt muss Ilhaam den Ofen neu befeuern. Es ist noch viel Brot zu backen!</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-286" title="freke2_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/11/freke2_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="freke2_bearb" width="268" height="201" />Das Rezept: Grüner Weizen oder Fareke</p>
<p>Zutaten für 6 Personen</p>
<p>1      kg Fareke = grüner Weizen; (laut Auskunft meiner deutschen Freunde bekommt      man Fareke in arabischen Lebensmittelläden)<br />
2      Hähnchen (je in 4 Stücke geteilt)<br />
200  g Reis<br />
2     große Zwiebeln<br />
2     Tomaten<br />
3     El Speiseöl<br />
1     El Salz<br />
Schwarzer Pfeffer nach Geschmack<br />
3     Kardamom-Kapseln<br />
200 g Pinienkerne</p>
<p>Zubereitung:</p>
<p>Die Hähnchenteile mit Öl und Zwiebeln anbraten, bis die Haut braun wird. Dann etwa 1,5-2 Liter Wasser dazu gießen. Geschälte Tomaten, Salz, Pfeffer und Kardamom darauf legen und bei mittlerer Temperatur kochen, bis das Fleisch gar ist. Reise getrennt kochen.</p>
<p>Den grünen Weizen waschen und etwas eine halbe Stunde im warmen Wasser ziehen lassen. Hähnchenteile aus dem Topf rausnehmen und noch einmal kurz im Ofen braten.<br />
Grünen Weizen aus dem Wasser nehmen und in Hühnerbrühe etwa eine halbe Stunde kochen. Danach die Pinienkerne mit ein wenig Butter bräunen.</p>
<p>Grünen Weizen  und Reis mischen, die Hähnchenteile darauf legen und mit Pinienkernen bestreuen. Man kann  den Teller mit Petersilie oder Zitronenscheiben schmücken.</p>
<p>Ich freue mich, wenn es Ihnen schmeckt! Vielleicht haben Sie auch ein traditionelles Rezept, das Sie weitergeben wollen?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/285/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=285&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bitte backen! Bassbosa – Gebäck aus Gaza</title>
		<link>http://gazaweblog.wordpress.com/2009/10/27/bitte-backen-bassbosa-geback-aus-gaza/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 14:28:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gazaweblog</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus meiner Zeit in Heidelberg weiß ich, wie sehr in Deutschland gutes Gebäck geschätzt wird &#8211; vor allem zur Weihnachtszeit. Darum bin ich am Sonntag ins SOS-Kinderdorf Rafah gegangen, um Randa, eine der Mütter, um ein Rezept zu bitten (Sie finden es am Ende des Textes). Schon von weitem sah ich einen Pulk von Müttern [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=273&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_274" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-274" title="basbosayh0_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/basbosayh0_bearb.jpg?w=300&#038;h=201" alt="basbosayh0_bearb" width="300" height="201" /><p class="wp-caption-text">Bassbosa - Gebäck aus Gaza</p></div>
<p>Aus meiner Zeit in Heidelberg weiß ich, wie sehr in Deutschland gutes Gebäck geschätzt wird &#8211; vor allem zur Weihnachtszeit. Darum bin ich am Sonntag ins SOS-Kinderdorf Rafah gegangen, um Randa, eine der Mütter, um ein Rezept zu bitten (Sie finden es am Ende des Textes).</p>
<p>Schon von weitem sah ich einen Pulk von Müttern und Kindern, die sich draußen auf der Wiese zum Spielen versammelt  hatten. Das halbe Dorf war zusammengekommen und im Zentrum stand wie so oft Randa, die den Nachmittag organisiert und mit ihrer Energie die anderen angesteckt hatte.</p>
<div id="attachment_275" class="wp-caption alignright" style="width: 278px"><img class="size-full wp-image-275" title="DSC02087_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/dsc02087_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="DSC02087_bearb" width="268" height="201" /><p class="wp-caption-text">Randa mit einem ihrer Kinder am Strand</p></div>
<p>Randa, die doch eigentlich Lehrerin hätte werden wollen. Vor sechs Jahren kam sie ins Kinderdorf, um sich auf eine Stelle in der Schule des Dorfes zu bewerben. Ihre Voraussetzungen waren ideal: An der Universität hatte sie Arabisch studiert und ganz offensichtlich konnte sie gut mit Kindern umgehen. Der Dorfleiter war kurz davor, Randa eine Zusage zu geben, als die junge Frau bat, noch durchs Kinderdorf geführt zu werden und plötzlich sehr still wurde &#8211; zumindest äußerlich. In ihrem Kopf müssen sich die Gedanken gejagt haben, denn am Ende ihres Rundgangs erklärte Randa, sie wolle eigentlich viel lieber Kinderdorfmutter werden.</p>
<p>Es war ihr ernst damit. Bald begann Randa die Ausbildung und gewann zudem praktische Erfahrung, indem sie im Kinderdorf mithalf. Dann bekam sie selbst ihre Familie: neun Kinder, für die sie seitdem ohne Wenn und Aber da ist. Oft genug verzichtet sie sogar auf ihre freien Tage, weil vielleicht eines der Kinder krank ist oder ein anderes Hilfe beim Lernen braucht oder auch nur, weil sie die Zeit mit ihrer SOS-Familie &#8211; so anstrengend der Alltag auch sein kann &#8211; einfach genießt. „Manchmal kommt es mir vor, als würde ich meine eigene Kindheit nachholen“, erklärt sie. „Ich bin als Einzelkind groß geworden und meine Mutter war sehr ängstlich und hat mir vieles verboten. Schon damals habe ich mir immer eine große, lebendige Familie gewünscht!“</p>
<div id="attachment_279" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-279" title="gjh_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/gjh_bearb1.jpg?w=300&#038;h=201" alt="gjh_bearb" width="300" height="201" /><p class="wp-caption-text">Randa motiviert andere Mütter zum Spielen</p></div>
<p>Randas gute Energie beflügelt das ganze Kinderdorf. Mal holt sie Mütter und Kinder zusammen, um zum Meer zu fahren und schwimmen zu gehen, mal organisiert sie, wie am Sonntag, einen Spielenachmittag, und wenn ein Mädchen aus dem Kinderdorf heiratet, ist es Randa, die mit viel Geschick die Braut schminkt.</p>
<p>Randas neustes Projekt ist nun eine kleine Kuchenbäckerei. Gemeinsam mit anderen Müttern hat sie damit begonnen, regelmäßig für die Kinder im Dorf zu backen. Besonders beliebt bei den Kindern ist die Bassbosa.</p>
<p><strong>Hier ist das Rezept:</strong></p>
<p>BASSBOSA</p>
<p>Zutaten:</p>
<p>500 g   Gries<br />
100 g   Zucker<br />
2    Pk  Backpulver<br />
30  g    Butter<br />
3    El   Kokosflocken<br />
30  g    ganze Mandeln<br />
1  Glas Joghurt</p>
<p>Zuckersirup:</p>
<p>500 g Zucker<br />
1 L Wasser<br />
1 Pk Vanillezucker<br />
Saft einer halben Zitrone</p>
<p>Verrühren Sie Zucker, Butter, Joghurt, Kokosflocken, Grieß und Backpulver zu einem gleichmäßigen Teig. Verteilen Sie den Teig in einer gefetteten Kuchenform, so dass er etwa 1,5 cm hoch ist. Anschließend mit dem Messer in kleine Vierecke einteilen. Auf jedes Viereck kommt eine Mandel.</p>
<p>Bei 180 ° C etwa 30 min backen. In der Zwischenzeit können Sie den Sirup zubereiten: Kochen Sie Zucker, Vanillezucker, Zitronensaft und Wasser 15 min ein. Anschließend etwas abkühlen lassen und über den noch warmen Kuchen gießen.</p>
<p>Die Bassbosa kalt servieren! Guten Appetit wünscht Kamil Shami!</p>
<p>Bitte schreiben Sie mir: Wie hat Ihnen die Bassbosa geschmeckt?<br />
Und: Auf welches Rezept schwören Sie?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/273/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/273/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/273/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/273/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/273/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/273/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/273/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/273/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/273/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/273/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=273&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wer wird SOS-Kinderdorf-Mutter?</title>
		<link>http://gazaweblog.wordpress.com/2009/10/15/wer-wird-sos-kinderdorf-mutter/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 14:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gazaweblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
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		<description><![CDATA[Was sind das für Frauen, die SOS-Kinderdorf-Mütter werden? Und was müssen sie dafür tun? Diese Fragen werden mir immer wieder gestellt – ich will ein Beispiel geben. Nehmen wir Sabaah. Eine Familie wollte sie haben, unbedingt, und studieren wollte sie, am liebsten Chemie, und anschließend Lehrerin werden. Sie hielt an ihren Plänen fest, auch, als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=265&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-270" title="DSC07881_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/dsc07881_bearb1.jpg?w=268&#038;h=201" alt="DSC07881_bearb" width="268" height="201" />Was sind das für Frauen, die SOS-Kinderdorf-Mütter werden? Und was müssen sie dafür tun? Diese Fragen werden mir immer wieder gestellt – ich will ein Beispiel geben.</p>
<p>Nehmen wir Sabaah. Eine Familie wollte sie haben, unbedingt, und studieren wollte sie, am liebsten Chemie, und anschließend Lehrerin werden. Sie hielt an ihren Plänen fest, auch, als ihre Mutter an Arthritis erkrankte und den Haushalt bald nicht mehr bewältigen und den ebenfalls kranken Vater nicht mehr pflegen konnte. Sabaah und ihre Geschwister sprangen ein, gleichzeitig bereitete sich Sabaah auf ihren Highschool-Abschluss vor.</p>
<p>Aber dann starb der älteste Bruder bei einem Unfall. Sabaah erlitt einen Schock, es dauerte ein ganzes Jahr, bis sie wieder zu ihrer Kraft fand. Ihre größte Sorge war es, die Familie zu ernähren. Der Schulabschluss stand nicht mehr zur Diskussion.</p>
<p>Sabaahs Familie lebte in der Nähe des SOS-Kinderdorfs Rafah, das Sabaah schon lange fasziniert hatte. Nun bewarb sie sich  selbst als Kinderdorf-Mutter – und wurde nach ausführlichen Gesprächen genommen! Zunächst als Helferin unterstützte sie die Kinderdorf-Mütter bei allem, was anfiel. Gleichzeitig nahm Sabaah an den notwendigen Seminaren teil, die zur Ausbildung gehören: Sie bekam Unterricht in Entwicklungspsychologie, Pädagogik und Haushaltsführung und lernte, wie man Berichte schreibt, was zu tun ist, wenn die Kinder krank werden oder Schwierigkeiten in der Schule haben. Ganz egal, um welches Land es geht: überall werden die SOS-Kinderdorf-Mütter sehr gründlich ausgebildet, ohnehin wird nur als Kinderdorf-Mütter akzeptiert, wer die nötigen charakterlichen Eigenschaften mitbringt, denn dies ist viel mehr als ein Job! Oft sind die Beziehungen, die zwischen Kindern und SOS-Müttern entstehen, sehr, sehr eng und halten ein Leben lang.</p>
<p><img class="size-full wp-image-271 alignright" title="148_bearb" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/148_bearb.jpg?w=268&#038;h=201" alt="148_bearb" width="268" height="201" />Dann kam der Tag, an dem Sabaah &#8211; wenn auch anders als ursprünglich geplant -  ihre eigene Familie bekam: Sie wurde Mutter von zehn Kinderdorf-Kindern. „Das ist ein großes Glück“, sagt sie, und das sagen auch ihre Kinder. Mit jedem Tag wuchs die Familie enger zusammen, ohne dass Sabaah allerdings ihre eigene Familie vergaß. Zwar wohnte Sabaahs Schwester noch bei den Eltern und kümmerte sich um diese, aber Sabaah unterstützte die Eltern finanziell und besuchte sie sooft es ging, meist im Schlepptau einiger Kinderdorf-Kinder. Und – ja, da waren auch noch ihre eigenen Pläne: Sabaah schaffte es tatsächlich, ihren Highschool-Abschluss nachzuholen. Wenn ihre Kinder für die Schule lernten, setzte sie sich dazu, lernte ebenfalls – und bestand bald darauf die Prüfung.</p>
<p>Als Sabaah dann von der Möglichkeit eines Fernstudiums an einer der örtlichen Universitäten hörte, begann sie trotz all ihrer täglichen Aufgaben und des turbulenten Kinderdorf-Lebens mit dem Studium. Nur war es nicht mehr die Chemie, sondern die Psychologie, die sie nun brennend interessierte. Begeistert von ihrem Zusammenleben mit den Kindern, wollte sie soviel wissen wie möglich, um die Jungen und Mädchen unterstützen zu können &#8211; ich bin sicher, dass sie ihr Studium gut abschließen wird!</p>
<p>Das ist also Sabaah. Ihre Geschichte ist ein Beispiel von vielen – für über 5200 SOS-Kinderdorf-Mütter in der Welt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/265/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=265&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Happy End aus Gaza</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 12:44:04 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war heiß im Gazastreifen, sehr heiß, und plötzlich brach ein Feuer aus und setzte eines der kleinen Häuschen, gebaut aus nicht mehr als Palmwedeln, in Brand. Tahani, Mouneer und Saher, die drei Kinder, waren draußen gewesen, aber nicht ihre Mutter. Sie starb an ihren Verletzungen. Es gab noch einen Vater, der aber massive psychische [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=257&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-259" title="091009kl-scan0001" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/091009kl-scan0001.jpg?w=238&#038;h=400" alt="091009kl-scan0001" width="238" height="400" />Es war heiß im Gazastreifen, sehr heiß, und plötzlich brach ein Feuer aus und setzte eines der kleinen Häuschen, gebaut aus nicht mehr als Palmwedeln, in Brand. Tahani, Mouneer und Saher, die drei Kinder, waren draußen gewesen, aber nicht ihre Mutter. Sie starb an ihren Verletzungen. Es gab noch einen Vater, der aber massive psychische Probleme hatte, wie viele Menschen in Gaza, das ist ein riesiges Thema. So konnte auch er nicht für die Kinder sorgen und die Drei landeten noch unter Schockzustand auf der Straße. Von einem Tag auf den anderen obdachlos geworden und völlig auf sich allein gestellt, liefen sie in den folgenden Monaten umher, um Essen und Trinken zu finden – bis jemand sie ins SOS-Kinderdorf brachte.</p>
<p>Neun Jahre ist das nun her. Tahani, mit neun Jahren die Älteste, litt damals unter einem massiven Trauma, ihr Bruder Mouneer, 5 Jahre, war dünn wie ein Strich und ausgehungert, und der dreijährige Saher weinte ununterbrochen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-262" title="091009kl-TIMAG0013" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/091009kl-timag00131.jpg?w=400&#038;h=300" alt="091009kl-TIMAG0013" width="400" height="300" /></p>
<p>Misstrauisch und ängstlich beäugten sie jeden, der auf sie zukam, ganz egal, ob es ihre Kinderdorfmutter war, bei der sie von nun an wohnen würden oder die Ärzte und Psychologen des Kinderdorfs, die ihnen helfen wollten. Nach vier Monaten behutsamen Eingewöhnens und  Therapien verbesserte sich der Zustand ganz langsam. Die Kinder fassten Vertrauen zu ihrer Kinderdorf-Mutter, ließen ihre Umarmungen zu, spüren, dass sie es gut mit ihnen meint, wichen ihrem liebevollen Blick nicht mehr aus, sondern wagten, Kraft daraus zu ziehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-263" title="091009kl-004" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/10/091009kl-004.jpg?w=400&#038;h=300" alt="091009kl-004" width="400" height="300" /></p>
<p>Dann kam der Tag, an dem Tahani zum ersten Mal wieder die Schule besuchte. Gemeinsam mit anderen Kindern aus dem Dorf und Jungen und Mädchen aus der Nachbarschaft ging sie nun täglich in die Hermann-Gmeiner-Schule, die zum Kinderdorf gehört. An den Nachmittagen bekam sie weiteren Unterricht, um das Verpasste aufzuholen. Mehr und mehr nahm sie an den Aktivitäten des Dorfes teil, wurde Mitglied unserer Folklore-Gruppe. Und sie fand Freunde. Doch immer wieder verschlechterte sich ihre Zustand, an manchen Tagen war sie zutiefst deprimiert &#8211; bis es ihr wieder besser ging.</p>
<p>Es fiel uns damals allen auf, wie sehr Tahanis Ausgeglichenheit davon abhing, wie es ihren Brüdern ging. Und tatsächlich: In dem Moment, wo auch Mouneer und Saher wirklich im Kinderdorf angekommen war, ging es endlich auch Tahani dauerhaft gut. Sie konnte wieder Freude am Leben entwickeln, es schien, als sei eine große Last von ihr gefallen.</p>
<p>So zogen die Jahre ins Land: Auch Mouneer und dann Saher kamen in die Schule und vor allem wurden sie immer mehr Teil der SOS-Familie. Wie sehr dies wirklich ihre Familie geworden ist, zeigte sich deutlich bei dem großen Ereignis der letzten Woche: Tahani, inzwischen 18 Jahre alt, hat geheiratet! Ihr Mann ist der Kunstlehrer der Hermann-Gmeiner-Schule, die Beiden sind sehr glücklich. Viele Nachbarn und Freunde kamen zum Gratulieren, und neben ihrer Mutter strahlten besonders die beiden Leiter der Folkloreband, die zur Hochzeit spielte: ihre beiden Brüder.</p>
<p>Man könnte sagen: ein Happy End aus Gaza! Unglaublich, wie gut uns das allen tut!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/257/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=257&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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		<title>Lernen ohne Bücher</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 07:32:42 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gaza]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Kindergarten-Tag im SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza: Halima, die Erzieherin, zieht die Vorhänge zu und beginnt mit einer kleinen Filmvorführung. Die Kinder schauen vergnügt zu, bis die Vorstellung ganz plötzlich abbricht und alle im Dunkeln sitzen. Erschrocken schreien die Kinder auf, die Dunkelheit macht ihnen Angst. Schnell will Halima das Licht anschalten, aber das funktioniert [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=252&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-254 alignright" title="30sept2009klein" src="http://gazaweblog.files.wordpress.com/2009/09/30sept2009klein.jpg?w=260&#038;h=390" alt="30sept2009klein" width="260" height="390" />Ein Kindergarten-Tag im SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza: Halima, die Erzieherin, zieht die Vorhänge zu und beginnt mit einer kleinen Filmvorführung. Die Kinder schauen vergnügt zu, bis die Vorstellung ganz plötzlich abbricht und alle im Dunkeln sitzen. Erschrocken schreien die Kinder auf, die Dunkelheit macht ihnen Angst. Schnell will Halima das Licht anschalten, aber das funktioniert auch nicht. Erst, als die Erzieherin die Vorhänge öffnet, beruhigen sich die Kinder, hören nun auch die Worte Halimas: nur ein Stromausfall. Nichts Schlimmeres.</p>
<p>Kindergarten und Schule haben also nach den Ferien wieder begonnen und damit auch die täglichen Herausforderungen – der ständige Stromausfall ist nur eine davon. In Gaza ist es wie in vielen Ländern üblich, dass die Kinder Schuluniformen tragen &#8211; aber es gibt kaum Stoffe, weshalb in diesem Schuljahr 300 000 Kinder auf eine Uniform verzichten müssen. Im SOS-Kinderdorf Rafah haben wir es mit sehr viel Mühe hinbekommen, alle Kinder einzukleiden. Wir sind ohnehin noch gut dran: Die Hermann-Gmeiner-Schule, die zum Kinderdorf gehört, ist im Krieg nicht zerstört worden, und dank der internationalen Unterstützung sind wir verhältnismäßig gut ausgestattet und das Niveau ist ziemlich gut.</p>
<p><strong>Überfüllte Schulen</strong></p>
<p>Da wir unsere Hilfe möglichst vielen Kindern zu Gute kommen lassen möchten, werden auch Jungen und Mädchen aus der Nachbarschaft in der Schule aufgenommen &#8211; soweit möglich. Ohnehin gibt es zu wenig Schulplätze in Gaza und seit im Krieg Anfang des Jahres viele Schulen zerstört worden sind, hat sich die Situation noch verschlimmert; das ist besonders dramatisch in den ländlichen Regionen, in denen die Schulen drastisch überfüllt sind. Aber auch die Hermann-Gmeiner-Schule hat inzwischen 200 Schüler – ausgelegt ist sie für 130!</p>
<p>Und Schulbücher sind ein Problem: die Bücher wären schon da, nur liegen sie an den Checkpoints und dürfen die Grenze nach Gaza nicht passieren. Also behilft man sich mit alten Exemplaren aus den letzten Jahren, oder die Lehrer verteilen Fotokopien der benötigten Buchseiten. Eine Weile ging das gut, bis sich gestern eine Traube von Lehrern um den Kopierer versammelte. Er funktionierte nicht mehr. Man könnte ihn leicht reparieren, aber die benötigten Ersatzteile sind in Gaza nicht aufzutreiben – aus dem gleichen Grund stehen in hunderten von Schulen solche kaputten Geräte herum. Der Schulleiter gab schließlich die Anweisung, die benötigten Seiten einzuscannen und für alle Schüler auszudrucken – sehr wohl wissend, dass auch die Druckertinte rar ist. Mal schauen, wie lange das gut geht.</p>
<p><strong>Ein liebevolles Zuhause</strong></p>
<p>Und doch: vielen anderen Schülern überall im Land geht es wesentlich schlechter. Sie sind sich selbst überlassen, ihre Eltern haben existentielle Sorgen, das Umfeld ist trostlos. Die Kinder sind mutlos, manche gehen gar nicht mehr zum Unterricht.</p>
<p>Im SOS-Kinderdorf müssen die Jungen und Mädchen nicht hungern, sie haben ein festes Dach über dem Kopf und ein liebevolles Zuhause &#8211; der entscheidende Unterschied, der Lernen möglich macht!</p>
<p><strong>Liebe Leser, was möchten Sie sonst noch über das Leben im SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza wissen? Ich freue mich auf Ihre Fragen! </strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gazaweblog.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gazaweblog.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gazaweblog.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gazaweblog.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gazaweblog.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gazaweblog.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gazaweblog.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gazaweblog.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gazaweblog.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gazaweblog.wordpress.com/252/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gazaweblog.wordpress.com&blog=6463486&post=252&subd=gazaweblog&ref=&feed=1" />]]></content:encoded>
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