Bitte backen! Bassbosa – Gebäck aus Gaza

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Bassbosa - Gebäck aus Gaza

Aus meiner Zeit in Heidelberg weiß ich, wie sehr in Deutschland gutes Gebäck geschätzt wird – vor allem zur Weihnachtszeit. Darum bin ich am Sonntag ins SOS-Kinderdorf Rafah gegangen, um Randa, eine der Mütter, um ein Rezept zu bitten (Sie finden es am Ende des Textes).

Schon von weitem sah ich einen Pulk von Müttern und Kindern, die sich draußen auf der Wiese zum Spielen versammelt  hatten. Das halbe Dorf war zusammengekommen und im Zentrum stand wie so oft Randa, die den Nachmittag organisiert und mit ihrer Energie die anderen angesteckt hatte.

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Randa mit einem ihrer Kinder am Strand

Randa, die doch eigentlich Lehrerin hätte werden wollen. Vor sechs Jahren kam sie ins Kinderdorf, um sich auf eine Stelle in der Schule des Dorfes zu bewerben. Ihre Voraussetzungen waren ideal: An der Universität hatte sie Arabisch studiert und ganz offensichtlich konnte sie gut mit Kindern umgehen. Der Dorfleiter war kurz davor, Randa eine Zusage zu geben, als die junge Frau bat, noch durchs Kinderdorf geführt zu werden und plötzlich sehr still wurde – zumindest äußerlich. In ihrem Kopf müssen sich die Gedanken gejagt haben, denn am Ende ihres Rundgangs erklärte Randa, sie wolle eigentlich viel lieber Kinderdorfmutter werden.

Es war ihr ernst damit. Bald begann Randa die Ausbildung und gewann zudem praktische Erfahrung, indem sie im Kinderdorf mithalf. Dann bekam sie selbst ihre Familie: neun Kinder, für die sie seitdem ohne Wenn und Aber da ist. Oft genug verzichtet sie sogar auf ihre freien Tage, weil vielleicht eines der Kinder krank ist oder ein anderes Hilfe beim Lernen braucht oder auch nur, weil sie die Zeit mit ihrer SOS-Familie – so anstrengend der Alltag auch sein kann – einfach genießt. „Manchmal kommt es mir vor, als würde ich meine eigene Kindheit nachholen“, erklärt sie. „Ich bin als Einzelkind groß geworden und meine Mutter war sehr ängstlich und hat mir vieles verboten. Schon damals habe ich mir immer eine große, lebendige Familie gewünscht!“

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Randa motiviert andere Mütter zum Spielen

Randas gute Energie beflügelt das ganze Kinderdorf. Mal holt sie Mütter und Kinder zusammen, um zum Meer zu fahren und schwimmen zu gehen, mal organisiert sie, wie am Sonntag, einen Spielenachmittag, und wenn ein Mädchen aus dem Kinderdorf heiratet, ist es Randa, die mit viel Geschick die Braut schminkt.

Randas neustes Projekt ist nun eine kleine Kuchenbäckerei. Gemeinsam mit anderen Müttern hat sie damit begonnen, regelmäßig für die Kinder im Dorf zu backen. Besonders beliebt bei den Kindern ist die Bassbosa.

Hier ist das Rezept:

BASSBOSA

Zutaten:

500 g   Gries
100 g   Zucker
2    Pk  Backpulver
30  g    Butter
3    El   Kokosflocken
30  g    ganze Mandeln
1  Glas Joghurt

Zuckersirup:

500 g Zucker
1 L Wasser
1 Pk Vanillezucker
Saft einer halben Zitrone

Verrühren Sie Zucker, Butter, Joghurt, Kokosflocken, Grieß und Backpulver zu einem gleichmäßigen Teig. Verteilen Sie den Teig in einer gefetteten Kuchenform, so dass er etwa 1,5 cm hoch ist. Anschließend mit dem Messer in kleine Vierecke einteilen. Auf jedes Viereck kommt eine Mandel.

Bei 180 ° C etwa 30 min backen. In der Zwischenzeit können Sie den Sirup zubereiten: Kochen Sie Zucker, Vanillezucker, Zitronensaft und Wasser 15 min ein. Anschließend etwas abkühlen lassen und über den noch warmen Kuchen gießen.

Die Bassbosa kalt servieren! Guten Appetit wünscht Kamil Shami!

Bitte schreiben Sie mir: Wie hat Ihnen die Bassbosa geschmeckt?
Und: Auf welches Rezept schwören Sie?

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4 Antworten zu “Bitte backen! Bassbosa – Gebäck aus Gaza

  1. Ersteinmal vielen Dank für Ihre Blogeinträge über das Leben im SOS Kinderdorf in Gaza. Ich lese schon einige Zeit mit.

    Wieviel Gramm sind in einem kleinen Glas Joghurt? Ich würde den Kuchen liebend gerne backen.

    lg Netty

  2. Liebe Leser,
    ein Glas Joghurt sind ca. 200 g.
    Viel Spass beim Backen!
    Kamil el Shami

  3. Ich werde die Bassbosa nach dem Rezept backen und dann meine Freunde einladen zum probieren. Aber für jedes Stück werde ich die Freunde bitten eine kleine Spende zu geben und die werde ich dann für A`ala Bassam Mahmoud Abou Saeid im Kinderdorf Rafah überweisen.

  4. Liebe Gisela,
    das freut mich zu hören! Offenbar wissen Sie gut Bescheid über das SOS-Kinderdorf Rafah. Sollten Sie aber noch Fragen haben, möchte ich Sie ermuntern, diese zu stellen! Vielleicht gibt es ja Themenbereiche, die Sie interessieren und die auch für andere Leser spannend sein könnten. Ich werde gerne darauf eingehen!

    Herzliche Grüße und guten Appetit, Kamil Shami

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